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Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Foto: Staatsministerin Barbara Klepsch mit Yvonne Weinhold.

Staatsministerin Klepsch mit Yvonne Weinhold.
(© SMS)

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: »Wo ein Wille, da ist ein Weg« Sozialministerin Barbara Klepsch und Verbandsdirektor Andreas Werner informieren sich über Dienstleister support in Dresden.

Menschen mit Behinderungen sind wertvolle Fachkräfte. Davon ist Alexandra Elsel, Chefin der Neuen Kantine im Ammonhof überzeugt. Sie beschäftigt Yvonne Weinhold, die sie mit Hilfe des Dienstleisters support eingestellt hat. Damit hat Frau Weinhold den leider viel zu seltenen Einstieg in eine Beschäftigung aus einer Werkstatt für behinderte Menschen in ein »echtes« Unternehmen geschafft.

»Diese Beispiele machen Mut. Menschen mit Behinderung können wertvolle Mitarbeiter für Unternehmen sein. Wir wollen Hemmschwellen abbauen und Hindernisse aus dem Weg räumen. Unterstützung und Informationen aus einer Hand erhalten Arbeitgeber etwa beim Dienstleister support. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg für Inklusion«, sagte Sozialministerin Klepsch bei ihrem heutigen Besuch in der Neuen Kantine im Ammonhof.

Nach einem Praktikum hat sich Yvonne Weinhold eigeninitiativ beworben. Unterstützung bei der Einstellung erhielt Kantinenchefin Alexandra Elsel durch den Dienstleister support.
support ist Dienstleister für alle Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Die Mitarbeiter beraten nicht nur, sondern koordinieren auch für die Arbeitgeber - kostenlos - die im Netzwerk tätigen Partner.

Für Frau Elsel haben die Mitarbeiter von der Geschäftsstelle von support die richtigen Partner ins Boot geholt: der Integrationsfachdienst unterstützt Yvonne im Betrieb, die Anträge für Förderleistungen wurden gemeinsam ausgefüllt.

»Das Besondere an support ist sein konsequent unternehmenszentrierter Ansatz. Der betriebliche Bedarf des einzelnen Unternehmens steht im Mittelpunkt«, erklärt Verbandsdirektor des Kommunalen Sozialverbandes, Andreas Werner.

Foto: Das Foto zeigt Sozialministerin Barbara Klepsch hinter einem Rednerpult, die in der IHK zu Leipzig die Gäste der Allianzveranstaltung begrüßt.

Sozialministerin Barbara Klepsch begrüßt die Gäste der Allianzveranstaltung
(© Klaus Bemmann-Ender, SMS)

Menschen mit Behinderungen - Fachkräfte für Ihr Unternehmen am 27.10.2015 in der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig

380.000 Menschen mit Behinderung leben in Sachsen. Das sind Rollstuhlfahrer ebenso wie Menschen nach überstandener Krebserkrankung oder Diabetiker. 76 Prozent haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Doch sehr oft finden sie nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt.

»Wir brauchen mehr öffentliches Bewusstsein. Menschen mit Behinderung sind wertvolle Fachkräfte, leistungsfähig und hoch motiviert. Davon möchten wir noch mehr Unternehmer überzeugen«, erklärt Sozialministerin Barbara Klepsch.

Gemeinsam mit der Handwerkskammer zu Leipzig und der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Unternehmerinnen und Unternehmer deshalb zur Veranstaltung der Allianz Arbeit + Behinderung eingeladen. Ziel der jährlichen Veranstaltung ist es, Unternehmen davon zu überzeugen, dass Menschen mit Behinderungen gut ausgebildete und hoch motivierte Fachkräfte sind.

Die stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin Rita Fleischer begrüßte die Unternehmensvertreter: »Durch den täglichen Umgang mit ihrer Behinderung bringen Menschen mit Handicap neben ihren fachlichen Qualifikationen eine große Problemlösungskompetenz mit. Diese Potenziale gilt es zu heben.«
Wolfgang Parnow vom Vorstand der Handwerkskammer zu Leipzig verwies vor dem Hintergrund der Fachkräftediskussion darauf, dass bereits viele Unternehmen das Potenzial von Menschen mit Behinderungen erkannt haben und diese erfolgreich beschäftigen. Selbst wenn mitunter Aufwand für die Umgestaltung der Lern- und Arbeitsplätze betrieben werden müsse, würden die Unternehmen letztendlich enorm von engagierten und loyalen Mitarbeitern profitieren.

Menschen mit Behinderungen Fachkräfte im Unternehmen – das ist für drei Unternehmerinnen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebte Praxis.

  • Raili Dittmann, die Chefin der Difam GmbH, einem im Reinigungs- und Dienstleistungsbereich anerkanntem Unternehmen, beschäftigt viele Mitarbeiterinnen mit Behinderungen, die im Team und vor allem bei den Kunden große Akzeptanz finden.
  • Sandy Lehmann, die Inhaberin von Elektro Lehmann in Bad Lausick sieht in ihren gut 200 Mitarbeitern – egal ob mit oder ohne Behinderung - die Basis für den Erfolg ihres Unternehmens. Stimmt die Qualifikation, so finden sich auch Losungen für einen erfolgreichen Einsatz im Unternehmen.
  • Die Fachparfümerie Catina hat schon wiederholt junge Menschen mit Behinderungen ausgebildet. Ausbildung mit Behinderung - geht das? Diese Frage beantwortet die Unternehmerin Catina Jäkel mit einem klaren Ja. Und gut ausgebildete Fachkräfte sind auch im Einzelhandel gefragte Mitarbeiter. Wichtig für Catina Jäkel ist, dass die Basis stimmt und offen über Probleme geredet wird.

Wie die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland und das Integrationsamt beim Kommunalen Sozialverband Sachsen dabei helfen konnten, war ebenfalls Thema der Allianzveranstaltung.

Auf großes Interesse stieß das Dienstleistungsnetzwerk support, welches insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) bei allen Fragen der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen berät. Darüber hinaus koordiniert support für die Unternehmen mögliche Unterstützungsleistungen in einem Netzwerk der Integrationspartner. Nähere Informationen unter: www.support-fuer-kmu.de

Abschließend konnten die Teilnehmer mit den Unternehmen und den behinderten Beschäftigten über ihre Erfahrungen reden und sich über Beratungs- und Förderangebote der Bundesagentur für Arbeit, des Integrationsamtes und der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland informieren. Das Dienstleistungsnetzwerk support stellte sich ebenfalls vor.

 

Foto: Das Foto zeigt die Moderatorin Beate Dietze im Gespräch mit Raili Dittmann und Elaine Hofmann von der Firma DiFam GmbH

Moderatorin Beate Dietze im Gespräch mit Raili Dittmann und Elaine Hofmann von der DiFam GmbH
(© Klaus Bemmann-Ender, SMS)