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3. Dezember 2012: Menschen mit Behinderungen – Fachkräfteveranstaltung in der Handwerkskammer zu Leipzig

Foto: Ralf Scheeler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, bei der Eröffnung der Veranstaltung am Rednerpult

Ralf Scheeler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, eröffnet die Allianzveranstaltung »Menschen mit Behinderungen – Fachkräfte für Ihr Unternehmen«
(© Klaus Bemmann-Ender, SMS)

»Menschen mit Behinderungen – Fachkräfte für Ihr Unternehmen« – in dieser Veranstaltung der Allianz Arbeit + Behinderung wurde deutlich, dass eine der wichtigsten Herausforderungen für eine weiterhin gute wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen und der Wirtschaft im Freistaat Sachsen darin besteht, genügend Fachkräfte zu gewinnen. Diese sind zum Teil schon heute nur schwer zu finden und die Situation wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung künftig noch verschärfen. Menschen mit Behinderungen sind Fachkräfte; sie sind gut ausgebildet, leistungsfähig und motoviert. Von den über zehntausend arbeitssuchenden Menschen mit Behinderungen in Sachsen haben circa 80 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Ralf Scheler, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es sich Unternehmen aufgrund des wachsenden Fachkräftebedarf nicht leisten können, das Potential der vielen gut ausgebildeten Menschen mit Behinderungen nicht zu nutzen. Staatssekretärin Andrea Fischer machte deutlich, dass Politik -  auch wenn sie per Gesetz keine Arbeitsplätze schaffen kann -  gemeinsam mit allen Verantwortlichen die Unternehmen dabei unterstützen kann, Menschen mit Behinderungen in die Betriebe zu integrieren.

Wie dies gelingen kann, darüber berichtete Gerhard Au, Geschäftsführer der Firma TZO Leipzig GmbH, aus eigener Erfahrung in seinem Unternehmen. Auch der Film »Suche Fachkraft – Biete Zukunft«, der Premiere hatte, zeigte weitere Beispiele, in denen Menschen mit Behinderungen im Berufsleben ihren Mann und ihre Frau stehen. Zu den Themen »Qualifizierte Fachkräfte suchen/finden«, »Arbeitsplätze sichern« und »Prävention, betriebliches Eingliederungsmanagement« (siehe rechts: »Publikationen/Berichte«) konnten sich die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer über konkrete Unterstützungs- und Förderleistungen informieren. Auf der Förderinsel wurden erste Kontakte mit Mitarbeitern der Rentenversicherung, der Arbeitsagentur und des Integrationsamts geknüpft.

Arbeit plus Behinderung, so das Fazit der Veranstaltung, gehen durchaus zusammen - und dies zum Nutzen aller Beteiligten.

26. November 2012: Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abbauen - Besuch in der Reichel Zahntechnik Leipzig

Foto: Staatsministerin Christine Clauß bei der Begrüßung in der Firma Zahntechnik Reichel

Janina Günther, Claus Gröhn, Vizepräsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Sozialministerin Christine Clauß und die Inhaberin der Firma Reichel Zahntechnik, Sophia Reichel, bei der Begrüßung
(© Klaus Bemmann-Ender, SMS)

Arbeit und Behinderung, das geht zusammen. Ein positives Beispiel hierfür ist die Reichel Zahntechnik. Davon konnten sich bei einem Unternehmensbesuch Sozialministerin Christine Clauß, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, und der Vizepräsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, überzeugen. 

Die Reichel Zahntechnik stellt festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz in den verschiedensten Variationen her und beschäftigt elf Mitarbeiter - seit November 2012 auch Janina Günther, die im Berufsbildungswerk Leipzig  den Beruf der Zahntechnikerin erlernt hat. »Trotz ihrer Hörbehinderung ist Janina eine engagierte und hoch motivierte Mitarbeiterin«, so Sophia Reichel, ihre neue Chefin. Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen ist noch immer keine Selbstverständlichkeit und deshalb ist es besonders wichtig, das Engagement von Unternehmerinnen wie Frau Reichel auch zu würdigen, betonte Staatsministerin Clauß. Für den Vizepräsidenten der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, zählt nicht die Behinderung, sondern das was Menschen leisten. Die Einstellung von Janina zeigt, dass auch kleine Handwerksbetriebe sich ihrer Verantwortung stellen – auch im eigenen Interesse. Menschen mit Behinderungen sind vielfach gut ausgebildete Fachkräfte, die in Unternehmen gebraucht werden und deren Einstellung auch durch die Bundesagentur gefördert werden kann, betonte Jutta Cordt von der Bundesagentur für Arbeit.

Für die Einstellung von Janina Günther erhielt die Firma Reichel am 26. November 2012 gleich zwei Förderbescheide: Frau Cordt überreichte einen Bewilligungsbescheid über einen Eingliederungszuschuss und Staatsministerin Clauß einen Bescheid über eine Zahlung aus dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm.

23. April 2012: Startschuss für die Initiative Inklusion - ergänzende Maßnahmen der Berufsorientierung für schwerbehinderte Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Foto: Auftaktveranstaltung Initiative Inklusion am 23. April 2012

Auftaktveranstaltung Initiative Inklusion am 23. April 2012
(© Klaus Bemmann-Ender, SMS)

Inklusion – das heißt Willkommen sein. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bessere Chancen für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen, ist Anliegen der Initiative Inklusion in Sachsen. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, das Sächsische Staatsministerium für Kultus, die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit und der Kommunale Sozialverband Sachsen haben im Rahmen ihrer Zusammenarbeit in der Allianz Arbeit + Behinderung deshalb eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen und dem Integrationsamt beim Kommunalen Sozialverband Sachsen die Durchführung ergänzender  Maßnahmen der Berufsorientierung übertragen. Im Auftrag des Integrationsamtes werden die Integrationsfachdienste in enger Zusammenarbeit mit den Schulen und den Agenturen für Arbeit diese ergänzenden Maßnahmen durchführen.

In einer Auftaktveranstaltung am 23. April 2012 haben die beteiligten Partner über die Umsetzung der Initiative Inklusion informiert. Die Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulen, den Agenturen für Arbeit und den Integrationsfachdiensten nutzten intensiv die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und für die konkrete Zusammenarbeit vor Ort erste Absprachen zu treffen.
 
Für ergänzende Maßnahmen der Berufsorientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung stehen in Sachsen 1,2 Millionen Euro, die aus Mitteln des Ausgleichsfonds durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert werden, zur Verfügung. Bis zu 1.400 Schülerinnen und Schüler können durch die ergänzenden Maßnahmen über ihre beruflichen Möglichkeiten beraten werden und speziell in den Fällen, in denen ein Übergang von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wird, individuelle Unterstützung erhalten.

Neue Publikation: »Menschen mit Behinderungen: Fachkräfte für Ihr Unternehmen«

Titelabbildung: Titelbild der Broschüre Menschen mit Behinderungen: Fachkräfte für Ihr Unternehmen

Titelbild der Broschüre »Menschen mit Behinderungen: Fachkräfte für Ihr Unternehmen«
(© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz)

Gezielt angesprochen werden Unternehmerinnen und Unternehmer auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften, denn Menschen mit Behinderungen stehen im Arbeitsleben zuverlässig ihre Frau oder ihren Mann.
Die Broschüre gibt Antworten auf Fragen, die häufig in Zusammenhang mit der Einstellung von Menschen mit Behinderungen gestellt werden. Qualifikation, Leistungsfähigkeit und besondere Rechte behinderter Mitarbeiter werden darin ebenso angesprochen wie Fördermöglichkeiten und Auswirkungen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf das gesamte Unternehmen.

9. Dezember 2011: Unternehmensbesuch von Sozialministerin Christine Clauß und der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, im Rahmen der Aktionswoche Menschen mit Behinderungen

Foto: Gebäudeansicht  F u G Normteile Dresden GmbH

Die F & G Normteile Dresden GmbH
(© F & G Normteile Dresden GmbH)

Die Bundesagentur für Arbeit als ein wichtiger Partner der Allianz Arbeit + Behinderung hat den Tag der Behinderten zum Anlass genommen, um eine Aktionswoche für Menschen mit Behinderung durchzuführen. Ziel ist es, die Wirtschaft verstärkt auf die Beschäftigungspotenziale dieser Menschen aufmerksam zu machen. In einem gemeinsamen Besuch des Unternehmens F & G Normteile Dresden GmbH, welches große Bereitschaft zeigt, auch Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben, haben die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Christine Clauß und das vorbildliche Engagement dieser Firma beispielhaft gewürdigt. Anders- aber nicht schlechter, das ist die Erfahrung, die Steffen Ruhtz, Geschäftsführer der F & G Normteile Dresden GmbH, mit Beschäftigten mit Behinderungen bisher sammeln konnte. »Menschen mit Behinderungen sind häufig gut qualifizierte Fachkräfte, die ihre Frau und ihren Mann im Arbeitsleben stehen« resümierte Sozialministerin Clauß den Unternehmensbesuch.

1. Dezember 2011: Verleihung des Integrationspreises des Kommunalen Sozialverbandes Sachsen 2011

Foto: Bild von der Verleihung des Integrationspreises

Vertreter der mit dem Integrationspreis ausgezeichneten Firmen
(© K. Bemmann-Ender, SMS)

Am 1. Dezember haben das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und der Kommunale Sozialverband Sachsen Unternehmen, Integrations- und Zuverdienstfirmen sowie weitere Akteure, die eine Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben aktiv unterstützen, mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Die festliche Verleihung des Preises erfolgte im Vorfeld des Internationalen Tages von Menschen mit Behinderungen am 1. Dezember 2011 im Mediencampus Leipzig.

»Viele Menschen mit Behinderungen beweisen, dass sie Talente und Begabungen besitzen, die sie gerade an ihrem Arbeitsplatz einbringen - dies umso mehr, wenn sie einen Arbeitergeber und/oder ein funktionierende soziales Umfeld haben, die sie dabei unterstützen, ihre besondere Begabung zu entwickeln. Vorbehalte gegenüber ihren Leistungsfähigkeiten und -fertigkeiten erschweren ihnen nach wie vor die Chance auf einen Arbeitsplatz. Vorurteile widerlegt man am besten durch klare Fakten und Beispiele aus der Praxis,« so Andreas Werner, Verbandsdirektor des Kommunalen Sozialverbandes Sachsen, in seiner Laudatio.

Mit der Anerkennung der Leistungen der Preisträger brachte Abteilungsleiterin Regina Kraushaar als Vertreterin des Sozialministeriums zugleich den Wunsch zum Ausdruck, »dass die guten Beispiele der Preisträger im Interesse der Menschen mit Behinderungen, die eine Arbeit suchen, im Interesse der Arbeitgeber, die Fachkräfte benötigen und in unser aller Interesse Eingang in das Denken und Handeln vieler anderer finden werden.«

9. November 2011: Übergang von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fördern - Fachtagung »Berufseinstiegsbegleitung« des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport und der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit

Foto: Bild von der Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachtagung
(© R. Müller, Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen)

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gestaltet sich der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt oft besonders schwierig. Die Übergänge aus der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Behinderungen zu fördern, ist deshalb auch ein Handlungsfeld der Allianz Arbeit + Behinderung. Eine maßgeschneiderte Unterstützung kann dazu beitragen, eine passende Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.
Mit der »Fachtagung Berufseinstiegsbegleitung nach § 421s SGB III« haben das Sächsische Staatsministeriums für Kultus und Sport und die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit mit den beteiligten Akteuren ein Resümee des Modellprojektes »Berufseinstiegsbegleiter« gezogen. Seit Februar 2009 unterstützen 80 Berufseinstiegsbegleiter an 65 sächsischen Förderschulen die Jungen und Mädchen im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes auf der Grundlage des § 421s SGB III. Die Ergebnisse der bisher geleisteten Arbeit schätzten die beteiligten Schulleiter, Bildungsträger, Berufseinstiegsbegleiter und Beratungs-fachkräfte der Bundesagentur für Arbeit durchaus positiv ein. So konnten etwa 3.500 Jungen und Mädchen in Sachsen von diesem Pilotprojekt profitieren.

21. September 2011: Sächsisches Arbeitsmarktprogramm: Übergabe eines Zuwendungsbescheides an die Gartenmanufaktur Nüssler

Foto: Ministerin Clauß bei der Übergabe des Förderbescheides

Ministerin Clauß bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides an die Gartenmanufaktur Nüssler
(© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz)

Das Sächsische Arbeitsmarktprogramm ist ein Projekt der Allianz Arbeit + Behinderung. Die drei Partner, die dieses Projekt verabredet haben und umsetzen, das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, der Kommunale Sozialverband Sachsen und die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, haben am 21. September 2011 einen Förderbescheid an den Geschäftsführer der Gartenbaumanufaktur Nüssler in Dresden überreicht.
Mit dem sächsischen Arbeitsmarktprogramm werden Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen in ihren Betrieben einstellen, durch die Zahlung von Prämien unterstützt. In Abhängigkeit von der Betriebsgröße können bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen bis insgesamt 3.000 Euro je Einstellung auf einem Arbeitsplatz in Sachsen gezahlt werden. Auch befristete Arbeitsverhältnisse können gefördert werden, wenn diese mindestens ein Jahr bestehen.  Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist die Förderung der betrieblichen Ausbildung behinderter Jugendlicher. Hier werden Ausbildungsbetriebe durch Zahlung einer Prämie von 1.000 Euro je Ausbildungsjahr bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro gefördert. Bei Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach Abschluss der Ausbildung wird eine Prämie von 3.000 Euro gezahlt. Das Programm zur Beschäftigungsförderung schwerbehinderter Menschen hat ein Volumen von 5 Millionen Euro und eine Laufzeit von 3 Jahren. Es wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe des Integrationsamtes beim Kommunalen Sozialverband Sachsen finanziert. Die Durchführung des Programms hat die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Die Anträge können bei den örtlichen Agenturen für Arbeit gestellt werden.